Ausgelassene Stimmung beim Walhalla Festival

Das Leben genießen, mit Musik, Tanz und Gleichgesinnten, das war am 11. Dezember 2021 nach langer Zeit in den Holstenhallen Neumünster mal wieder möglich. Denn dort fand das Walhalla – Festival der Helden unter strengen Coronaregeln mit gigantischen Livebands, Speis &Trank statt.

Die Norddeutschen möchten feiern, dass zeigte sich bei diesem Tagesfestival eindeutig, denn schon um 13 Uhr standen die ersten Besucher vor den Toren und warteten bis 14 Uhr bis sich endlich die Türen öffneten. Neben dem Ticket benötigte man einen negativen Test, eine Maske und musste geimpft oder genesen sein, was sehr gut kontrolliert wurde. Danach konnte die Veranstaltung sehr normal ohne Maske genossen werden.

Um ca. 15:20 startete Harpyie und heizte der Menge mit ihren neuen und älteren Songs richtig ein. Bei dem bunten Songmix zeigte sich jedoch auch, dass die Band sich in der letzten Zeit sehr verändert hatte und ihre neuen Songs „Nachtfalter“ und „“ in eine andere Musikrichtung gingen. Umso gespannter kann man auf das neue Album XXX sein, welches am 28.01.2022 rauskommt und noch weitere neue Songs beinhalten wird. Zum Abschluss spielten Hapyie dieses Mal eine Ballade zum Mitsingen, der mein persönlicher Lieblingssong derzeit ist „Löwenherz“. Mit gemischten positiven Gefühlen endete dann auch schon ihr Auftritt.

Nach einer kurzen Umbaupause performten Mr. Hurley und die Pulveraffen als Ersatz für Fiddlers Green nach langer Zeit mal wieder live und man konnte der Band ansehen, wie sehr sie es vermisst hatten. Wie sie selbst sagten, was es ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk, dass sie hier auf der Bühne stehen durften, vor mehreren tausend Menschen und mit ihnen feiern, wie es schon lange nicht mehr möglich war. Auch die Fans waren in voller Fahrt dabei und zeigten ihre Textsicherheit.

Mit dem nächsten Act wurde die Mittelaltermusikrichtung erstmal verlassen und es wurde lauter und ging in die Metal-Richtung über. Mit Equilibrium wechselte ein teil des Publikums und man sah nun doch einige Haare beim Headbangen fliegen. Ab dem dritten Song wurde sogar zwei Moshpits eröffnet und die Menge tobte. Nach einem etwas holprigem Start verhalf Equilibrium selbst, einen größeren Moshpit in der Mitte stattfinden zu lassen und das Publikum stieg direkt mit ein. Das Moshen hatten die Fans zumindest nicht verlernt, ebenso das Aufheben der hinfallenden Personen. Ohne größere Verletzungen aber ganz schön kaputt endete der Equilibrium Auftritt für die Fans. In den Gesichtern der Leute zeichnete sich die Freude und der Spaß ab, den diese beim Headbangen, Moshen und sogar Crowedsurver hatten, so ein Livekonzert war schon lange überfällig.

Nach einer Stärkung in Form eines Mets, Biers, Cocktails oder ähnliches und etwas zu Essen wie z.B. Döner, Pommes, Hotdog oder Crepe ging es danach noch etwas lauter mit Primordial weiter. Die irische Pagan-Metal-Band. Da es hier doch etwas mehr auf die Ohren gab, gönnte ich mir eine Pause von der Live-Musik und nutze die Zeit, um über den kleinen Mittelalterbereich draußen zu schlendern. Leider meinte Thor es nicht sonderlich gut an diesem Tag mit uns, so war es draußen nicht nur recht frisch, sondern zeitgleich gab es einen fast dauerhaften Nieselregen. Für eine kurze Abkühlung konnte man es jedoch aushalten und an den Ständen vorbei schlendern. Dort gab es Felle, Hörner, Baumstriezel, Kleidung, sogar eine Zuber und schöne wärmende Feuerstellen. Nach der Abkühlung konnte ich drinnen noch bei den Merchandiseständen der Bands stöbern, dort gab es viele neue Shirts von den Bands und man hatte sogar die Möglichkeit, mit den meisten Bandmitgliedern ein paar Worte zu wechseln.

Nach der kurzen Konzertpause ging es für mich mit Hämatom weiter, eine Band, die für ihr MakeUp und interessanten Texte bekannt ist. Auch hier zeigte die Menge vollen Einsatz, mit Moshpits und Fäusten, Fingern und Händen in der Luft, um die Band zu unterstützen. Hämatom schaffte es die Menge fast durchgängig zu animieren, aktiv mitzumachen und gerade dies zeigte einem nochmal stark den unterschied, zwischen einem Online- und einem Livekonzert. Denn das Feeling was man in einer Menschenmenge bekommt, die alle mitsingen, sich zur Musik bewegen und auf die Ansagen der Band einsteigen, dass kann man nun mal nicht zu Hause auf dem Sofa simulieren, wenn man die Musik nur über einen Stream hört. Es war ein fantastisches Gefühl, in der Menge zu stehen und dies alles live zu erleben. Trotzdem war es gut, dass man danach eine kleine Pause hatte, um nochmal etwas frische Luft zu holen und sich mit neuen Getränken zu versorgen.

Denn schon bald klangen die ersten Violine-, Drehleier-, Gitarren- und Schlagzeugtöne durch die Luft und ein Glitzernder Eric Fisch trat auf die Bühne. Subway to Sally performte viele Songs ihres Albums „Hey“ live, was sie bisher kaum machen konnten. Sie zogen das Publikum in ihren Bann und die Fans gaben noch mal alles, denn sie wussten ja, dies ist die letzte Band vor dem Hauptakt. Es wurde gelacht, getanzt, mitgegrölt und nochmal so richtig die Sau rausgelassen. Auch Subway to Sally sah man an, dass sie sich sehr freuten, mal wieder live auf einer Bühne zu stehen.

Nach nur einer kurzen Atempause, wurde es heiß, denn Saltatio Mortis kam nicht nur mit dem Dudelsack und Alea auf die Bühne, sondern auch einer menge Feuerkanonen, die wohl den ersten Reihen einen Sonnenbrand und sehr viel Hitze bescherten. Mit vielen neuen Songs zeigte sich Saltatio Mortis hier live und sprach mehrfach darüber, wie glücklich sie sind, mal wieder live vor Publikum spielen zu dürfen und ein altbekanntes Feeling zu erlangen. Die Menge tanzte, sang mit und merkte schnell, dass sie wieder mehr Training für Livekonzerte brauchte, denn es ist wohl bekannt, dass bei Saltatio Mortis das Publikum bei vielen Songs mit Armen in der Luft im Takt mitmachen soll. Tja, man sah immer wieder, dass die Arme zwischendurch runter gingen und ausgeschüttelt wurden, was erwartet man auch, wenn es so lange keine Livekonzerte mehr gab. Trotzdem war es ein gelungenes Konzert, mit super Stimmung und viel Wärme und mittlerweile sehr vielen grölenden und betrunkenen Fans in der Halle von Neumünster.

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