Ohne Dreads und ohne Schuhe: Benni Cellini steht Rede und Antwort!

Nach dem großartigen Letzte Instanz Konzert in Hamburg kurz vor Ostern brannte es mir unter den Fingern und ich musste Benni, den Cellisten, einige Fragen stellen. Er hat sich zu Ostern Zeit genommen und diese so herlich beantwortet, dass es mir ein Fest war sie zu lesen. Danke für diese ehrlichkeit und das lächeln was du mir damit auf die Lippen gezaubert hast. Nun lest selbst:

Fotografin: Jury

Hallo Benni, du bist einer der Gründungsmitglieder von letzte Instanz und hast so den Wandel der Band sehr gut mit verfolgt. Wie kommt es zum Titel des neuen Albums und den teils sehr geprägten Songs?

Benni: Der Wandel der Band ist wie der Wandel im Leben, oder? Zwanzig Jahre gehen nicht spurlos vorbei, an einem selber nicht, an einer Band nicht und an der ganzen Welt auch nicht. ‚Morgenland‘ ist für uns gerade eine Bestandsaufnahme von uns und unserer Umwelt. Da ist alles dabei, Freude, Lust aber auch Wut und Kampf.

Die Bühne im Knust war im Vergleich zu anderen recht klein. Bevorzugst du eher größere Auftritte oder das kleine Wohnzimmer? Und warum?

Benni: Ich liebe die Abwechslung! Nach großen Bühnen freu ich mich auf kleine und danach wieder auf große! Im Knust ist man echt nah an den Fans dran, das macht das Konzert sehr emotional und warm!

Gibt es einen Auftritt im Jahr 2018 auf den du dich besonders freust? Wenn ja, warum?

Benni: Ja, das ist unser Jubiläumskonzert am 13.10. im Alten Schlachthof Dresden (mit den Hamburger Jungens von LOTL und Zeraphine). Die Frage warum erübrigt sich, oder?

Ihr seid dem Publikum doch sehr nahe gekommen und scheint ein großes Vertrauen zu euren Fans zu haben. Woher kommt dies und was gibt einem das für ein Gefühl?

Benni: Das bringen die vielen Jahre. Wer mal unser Freund geworden ist, begleitet uns in der Regel sehr lange. Dieses Gefühl haben solche Durchstarterbands nicht, da ist täglich jemand anderes gerade in. Es ist ein schönes Gefühl, man kennt sich halt und hat schon viel miteinander erlebt.

Barfuß auf der Bühne! Hattest du keine Angst, das dir kalt wird oder jemand dir auf die Füße tritt? (Ihr lauft ja doch recht viel hin und her)

Benni: Holly ist mir in unserer kleinen Tanzperformance in ‚Komm‘ logischerweise auf einen Fuß getreten, ich hab im Knust nichts anderes erwartet. ;-) Kalt ist es noch nicht geworden!

Gibt es einen Grund für das Barfußlaufen?

Benni: Einen simplen Grund, ja. Vor 20 Jahren trug ich nur Springerstiefel mit roten Schnürsenkeln, ich hatte gar keine anderen Schuhe. Aber Stagediven wollte ich auch. Nach zwei getroffenen Köpfen hab ich die Schuhe lieber ausgezogen und dabei ist es irgendwie geblieben.

Benni ohne Dreads, fast undenkbar. Wird es dich in Zukunft wieder mit deinem haarigen Markenzeichen geben oder hast du eine andere Überraschung für deine Fans geplant?

Benni: Ich hab doch schon ein anderes haariges Markenzeichen! *Streicht sich liebevoll über den Vollbart* Ansonsten eigentlich keine Überaschungen.

Als Team scheint ihr sehr viel Spaß auf der Bühne zu haben. Gibt es auch private Aktivitöten, wo ihr euch besser kennen lernt?

Benni: Nach zwanzig Jahren kennt man sich, glaub mir. Und nach einem Probenblock von 5 Tagen oder einer Tour im Nightliner kennst Du dich auch. Also es ist jetzt nicht so, dass wir ein gemeinsames Gruppenwandern machen jeden Monat, wir haben doch eh täglich miteinander zu tun!

Wenn du nicht auf der Bühne stehst, was machst du dann am liebsten?

Benni: Ich trenne Arbeit und Privat sehr strikt. Wenn ich nicht arbeite und auf einer Bühne stehe, dann bin ich zuhause Papa. Aber ich arbeite auch sehr gern, also nach der Bühne mach ich am liebsten die nächsten Konzerte aus!

Gibt es auch Momente, wo du dich eher nach Ruhe sehnst und keine Menschen sehen möchtst? Was ist dein lieblings Rückzugsort?

Benni: Dieser Ort ist meine Familie.

Jeder hat Träume, was ist der Traum von letzte Instanz? Gibt es ein Festival wo ihr schon immer mal auftreten wolltet? Eine Idee, die ihr umsetzen möchtet oder ähnliches?

Benni: Ich will unbedingt mal auf die ‚Full Metal Cruise‘, die meisten meiner Kollegen wollen lieber auf det Metalding auf Mallorca, bedeutet wir müssen uns noch einigen… Schiff!!!!

Viele Bands haben eine Frau mit in der Band oder als Tänzerin, habt ihr an sowas schon mal gedacht?

Benni: Wo soll denn im Knust noch eine Tänzerin hinpassen??? Nein, das stand noch nicht in Frage! Auf Tour sind Frauen aber wichtig, so haben wir unser Tourneeleiterin Jacky und unser Merchandiserin Nadja immer dabei.

Vielen Dank für die Zeit und die Beantwortung der Fragen! Ich hoffe dem ein oder anderen Leser konnte auch ein Schmunzeln entlockt werden. Schon jetzt freue ich mich auf das Hörnerfest, wo die Letzte Instanz ebenfalls auftreten wird! Noch könnt ihr euch Tickets sichern: Hörnerfest
Zum Konzertbericht: Letzte Instanz

~Dely

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Herzerwärmend, mitreißend und menschlich: Die letzte Instanz

Am Freitag um 19 Uhr war es soweit: Die Türen der gemütliche Feierlocation „Knust“ öffneten sich und den Fans von der letzten Instanz wurde Eintritt gewährt. Zum Einstimmen gab das Duo „die Kammer“ ihr Bestes, welche nach ihren bekannten Songs das Publikum durch die Verstärkung von Benni überraschten und somit die perfekte Stimmung für die Letzte Instanz hinterließen.  Dies sollte ein unvergesslicher Abend werden, das war gewiss!

Fotograf: Tobias

Nachdem ich mich am Freitag nach Abgabe der Garderobe vor der Bühne im Knust eingefunden hatte, wusste ich wieder, warum ich diese Location so mag: klein, gemütlich aber nicht beengend und diese direkte Nähe zur Bühne, fabelhaft! Das schöne Plätzchen vor der Bühne wurde schnell eingenommen und dann ging es auch schon los mit „die Kammer“. Zwei nette Gesellen, die mit viel Spaß und Freude an der Musik die kalten Tage schnell in Vergessenheit geraten ließen und eine angenehme Wärme und Stimmung in den Raum zauberten. Nach einigen Songs tat Benni mit seinem Cello zudem auf die Bühne und ergänzte die zwei musikalisch perfekt. Das Publikum war begeistert über das Zusammenspiel und mir wird dieses Duo sicher in Erinnerung bleiben. Vorher nicht gekannt doch nun entdeckt für den nächsten gemütlichen Abend daheim: Die Kammer.

Nach einer kurzen Umbau-Getränke-WC-Pause galt es sich schnellst möglichst wieder einen Platz vor der Bühne zu sichern, doch dies stelle sich für recht unproblematisch heraus. Die Fans waren alle sehr freundlich, es gab genug Platz zum Tanzen und man wurde gerne nach vorne gelassen ohne böses Grummeln. Mit solchen Fans bringen Konzerte richtig Spaß, es fühlt sich an wie eine große Familie, wo jeder sich wohlfühlen kann.

Dann ging es los! Die Lichter blitzten auf, die Musiker traten nach und nach auf die Bühne und die Morgenlandtour 2018 der letzten Instanz begann. Powervoll und mit großem Enthusiasmus spielte die Band Songs wie „Asche zu Gold“, „Disco d´amour“, „Morgenland“, „Mein Land“ aber auch altbekannte Stücke wie „Rapunzel“ und „Komm!“. Und thematisch sehr gut passende Lieder von ihrem letzten Album „Liebe im Krieg“, u.a. „Wir sind eins“, „Tränen aus Stein“ sowie „Liebe im Krieg“. Die Einleitungen zu den jeweiligen Songs hatte sich Holly zuvor auch gut überlegt, sie kamen so ehrlich und passend rüber das man sich richtig auf die nächste Ankündigung freute. Viele Bands haben meiner Ansicht nach nur ein Programm, welches sie runterspielen, doch nicht bei der letzten Instanz! Besonders gefallen hat mir die Überleitung zum „besten Lied der Welt“ und tatsächlich, wenn man dies bei google.de eingibt kommt man als erstes auf den Song von der letzten Instanz! Wir sollten alle dafür sorgen, dass es auch in x Jahren noch so bleibt, ein fantastisches Stück! Mit viel Witz, Nähe zum Publikum und Bezug auf Hamburg heizte die Band im Knust so richtig ein, es wurde mitgesungen, geschunkelt und gealbert. Bei dem Songtext „Wir trinken.:“ wurde der Satz mit Bier ergänzt und Holly stand in einem Gang zwischen Bierbar und der Bühne in Mitten des Publikums.

Es ist lange her, dass ich so nahe an der Bühne ohne Fotograben stehen konnte und die Herzlichkeit und Freundlichkeit der Bandmitglieder aus dem Gesicht ablesen konnte. Rico und Benni, welche Barfuß auf der Bühne standen, strahlten Holly immer wieder an und gaben eine atemberaubende Choreo zusammen ab. Wenn eine Band so viel Spaß an ihrer Musik hat und eine solche natürliche Freude ausstrahlt, so schwappt dies natürlich auch auf das Publikum wieder und spiegelt sich in deren Gesichtern wieder. Egal wohin ich während des Konzertes guckte, ich sah stets Freude und Zufriedenheit und eine Menge Menschen, die sämtliche Texte auswendig mitsingen konnten und dazu schunkelten. Ein großartiges Konzert, welches mir durch viele Kleinigkeiten noch lange sehr präsent sein wird. Besonders witzig fand ich es, das Holly versuchte uns Fans beizubringen, ein kurzes HEY zu rufen, da dies nicht funktionierte wurde es mit einem MOIN versucht. Doch im Norden ruft man natürlich MOIN MOIN, kurz und knackig. Als es endlich funktionierte nur ein kurzes MOIN auf den ersten Schlag zu rufen wollte Holly jedoch plötzlich, dass auch auf den zweiten Schlag ein MOIN gerufen wurde. Das Gelächter war natürlich groß, als wieder das typische norddeutsche MOIN MOIN erklang. Eine großartige Show mit begeisternd mitmachenden Fans.

Fotograf: Jury

Nach mehrfachen Zugaben und einem wunderbaren Medley, welches mit einer Letzten Instanz Version von Junge, ursprünglich von den Ärzten, endete. Mit einem breiten Lächeln im Gesicht und ausgelassen konnte ich den Weg nach Hause antreten und ich denke so ging es sehr vielen Menschen an diesem Abend. Ein herzerwärmendes Konzert, was einem wieder zeigte, wie schön kleine Konzerte mit einer solch menschlichen Band erreichen können.

Danke letzte Instanz für diesen wunderbaren Abend, danke Knust für die Wohlfühlatmosphäre und großes Dank an das Publikum, die ein solch positives Gefühl erzeugten. Man konnte abschalten, sich auf die Musik einlassen und den Abend genießen. Ich freu mich schon auf den Auftritt der letzten Instanz auf dem Hörnerfest!
Eure ~ Dely

Zum Interview mit Benni Cellini

Danke Jury und Tobias für die Fotos

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Schlagzeug, Violine und Cello verbinden sich zu rockigen Klängen: Letzte Instanz im Knust Hamburg

Nur noch wenige Wochen, bis die Violin-Rockband Letzte Instanz nach Hamburg ins Knust kommt und ihre Fans mit dem neuen Album Morgenland begeistern wird. Ab 19 Uhr öffnet das Knust in Hamburg am 23.03.2018 ihre Türen und ab 20 Uhr geht es mit dem Support von Die Kammer los. Noch sind die Tickets nicht Ausverkauft, so dass ihr auf den Genuss der Band und ihrer einzigartigen Mischung aus Violine, Cello und den rockigen Instrumenten kommen könnt!

Letzte Instanz ist sowohl in der mittelalter-Szene als auch in der Spate des Rocks sehr bekannt, denn ihr Musikstil zeichnet sich durch einzigartige Kombinationen aus. 2016 heizten sie die Charts mit dem Album Liebe im Krieg ein und schafften es auf Platz 4. Nun verzaubern sie mit ihrer Morgenland Tour 2018 Deutschland. Melancholische, nachdenkliche Musik zum Schunkeln und Mitsingen, zum Kuscheln und der Möglichkeit das Feuerzeug mal wieder in Szene zu setzen.

Ich persönlich liebe das E-Cello, da ich sowieso gern Cellomusik höre, finde ich die Kombination von Cello mit Rockmusik zum Mitsingen einfach perfekt. Manchmal würde ich mir zwar ein paar fröhlichere Songs wünschen, doch gerade die Texte, die sehr zum Nachdenken anregen finde ich immer wieder großartig, um mich aufzumuntern, den Kopf frei zu bekommen und die Musik einfach ins Herz zu lassen.

Seit Tagen höre ich nun das neue Album Morgenland und kann mich noch nicht ganz entscheiden, welches mein Lieblingssong dieses Albums sein wird, doch vielleicht sieht das nach dem Konzert ja anders aus. Ich freue mich schon riesig auf die Klänge, die Bühnenshow und die Liveperformance von Letzte Instanz im Knust. Wen von euch werde ich vor Ort am 23.03. um 19 Uhr antreffen, um den Abend unvergesslich zu machen?

~ Dely

Website: Letzte Instanz

Weitere Tourdaten:
24.03. Berlin
05.04. Frankfurt am Main
06.04. München
07.04. Wien
13.04. Leipzig
14.04. Hannover

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Lebensfreude vs. Depressionen

Es ist wieder soweit, die doofen Gedanken brechen durch, ziehen mich runter. Das was positiv war, wird in schwarz getaucht, was mir eben noch als Freude rüberkam, wird schlecht geredet. Hallo Depression, danke dass du mir mal wieder im blödesten Moment zeigen musst, dass du noch da bist.

Dieser ewige Kampf, jeden Tag aufs Neue, sich auf das positive konzentrieren, auf das was ist, auf das was sein kann und den negativen Gedanken entgegenwirken. Es gibt viele Tage, sogar Wochen wo es klappt, wo ich als strahlender Mensch durch die Gegend springe. Ich habe das Gefühl alle Probleme zu lösen, stark genug zu sein gegen den Wind zu kämpfen, Schwierigkeiten zu überwinden und zugleich noch genug Kraft und Energie zu haben, um Freunde mitzuziehen. „Du bist der Sonnenstrahl im Office“, „Danke, dass du da bist und mir Rückhalt gibst“, oh ja, wie gern bin ich ein Sonnenstrahl, der die Herzen der Menschen erwärmt, durch meine hohe Empathie die Menschen aufmuntert, mitreißt und Lebensfreude verbreitet, denn das bin ich, das ist meine Natur und so fühlt es sich richtig an. Doch dann kommen diese Gedanken, dieses böse Gefühl und jede Kleinigkeit ist eine Bestätigung. Dann glaube ich es nach kürzester Zeit, je nachdem wie viele dieser vermeintlichen Bestätigungen ich bekomme. „Ich werde mal wieder nicht zum Vorglühen eingeladen“, „Die Bdayparty, bei der ich nicht erwünscht bin“, „Der Facebookpost, der wieder von anderen Leuten spricht, wo ich aber keine Erwähnung finde.“, das Verhalten von Freunden, was mir zeigt, dass sie lieber etwas mit anderen Personen machen anstatt mit mir, die Welt die rausschreit, wie viel spaß sie gerade mit welchen Personen haben etc. Jedes Mal ein Stich und ein Gedanke wie „guck du warst nicht wichtig genug, du warst es nicht wert, mit dir machen sie das nicht“

Diese Gedanken, die einen wie eine Spirale hinunterziehen, Social Medien, die das wunderbar beschleunigen und Freunde, die kein Verständnis dafür haben. Natürlich ist dieser Verlauf bei emotionalen Menschen schneller und selbstverständlich ist eine Freundschaft zu einem stark emotionalen Menschen mit Stimmungsschwankungen schwierig. Doch ist es nicht genauso schwierig mit jemanden, der dickköpfig oder ein Besserwisser ist? Oder jemand der hochintelligent ist und es jedem zeigt oder übergewichtigen, die einem das immer unter die Nase halten? Ist nicht jeder Mensch auf seine Art und Weise anstrengend?

Ja ich bin sehr emotional und brauche gerade, wenn solche Gedanken kommen, die Bestätigung wie falsch diese Gedanken sind. Wieso fällt es Menschen so schwer, einer anderen Person einfach mal zu sagen „Ich hab dich gern“ oder dazu zu stehen, dass einem jemand wichtig ist, wenn es der Person gerade schlecht geht? Wieso werden einige Dinge groß und breitgetreten, während andere einfach untergehen? Warum ist es für viele Menschen so schwer, auf die anderen zu zugehen, Zeit mit ihnen zu verbringen? Gefühlt muss ich meinen Freunden oft hinterherrennen, damit sie etwas mit mir unternehmen, entweder haben sie selber keine Ideen oder kommen nicht darauf mich zu fragen. Die Gründe mögen verschieden sein. Doch gerade in solchen Situationen, wo diese bösen Gedanken immer mehr durchkommen, könnte ich es wirklich gebrauchen, dass auch mal jemand auf mich zu kommt. Ist es wirklich so schwer, dass man auf Menschen zu geht, die einem wichtig sind? Sie fragt ob sie Zeit mit einem verbringen wollen oder einfach mal anderen Menschen abzusagen, wenn die andere Person einen gerade dringend braucht? Scheinbar ist dies heutzutage nicht mehr normal oder das Verständnis, dass gerade solche emotionalen Personen ab und zu in diesen Phasen jemanden brauchen, oft reicht ja nur eine Stunde oder die Planung eines fixen Termins/Treffens/Aktion. Doch das scheint oft schon zu viel zu sein.

Ja, ich schaffe es oft zu erkennen, wann dieses Gefühl und diese Gedanken kommen, schleichend, Stück für Stück. Versuche dann krampfhaft dagegen an zu kämpfen oft schreibe ich sogar direkt Freunde an, doch nur selten schaffe ich es, das Umkippen der Emotionen von Lebensfreude zu Depression zu verhindern. Denn dafür bräuchte ich die Hilfe von anderen, müsste mich auf die Freunde oder Bekannten verlassen können oder durch andere positive Aktionen merken, dass meine negativ Gedanken total falsch sind. Ein paar Tipps und leere Worte helfen da leider nicht. Denn in dieser Phase hilft nur aktives Handeln. Und bei mir bedeutet das oft ein konkretes Treffen, eine öffentliche Tat oder ähnliches. Ich möchte, dass die Freunde zu mir stehen, mir in den schwierigen Momenten Rückhalt geben und mich nicht gerade dann hängen lassen, wenn es mir schlecht geht. Denn das tolle an emotionalen Menschen ist ja, dass sie genauso stark positiv sein können. Und wer mich kennt weiß, dass oft Kleinigkeiten dazu führen, dass ich wieder mit der Sonne um die Wette strahle! Ich fühle mich so hilflos, weiß schon gar nicht mehr auf wen ich mich verlassen kann. Mag es nicht in die Welt hinausschreien, versuche Menschen konkret anzusprechen. Schäme mich dafür und ärgere mich, dass diese negativen Gefühle so präsent sind. Bin ich wirklich nichts wert? Wieso möchte keiner etwas mit mir machen? Wieso muss ich immer mit allem allein fertig werden? Wo finde ich die Menschen, die einfach mal von sich aus auf mich zukommen, um zu sehen „Hey egal wie scheisse es dir geht, sobald wir wenige Minuten etwas zusammen machen, strahlst du wieder, krass“. Ich brauche keine Leute mit Mitleid, die über die „Probleme“ reden wollen oder Gründe dafür finden möchten etc. Ich brauche Menschen und Dinge, die gegen an wirken, mir zeigen, wie toll die Welt ist. Freunde die mir zeigen wie gern sie mich haben etc. Ich möchte keine Last sein, ich hätte gern Freunde, die mich gernhaben, mit mir was unternehmen und dadurch mit mir zusammen verhindern, dass diese Depressionen überhand bekommen und ich mich nur noch unwohl fühle und tagelang einigeln, Freundschaften kündige und krankgeschrieben im Bett liege… Ich dachte immer, dass sowas in Freundschaften normal ist. Doch scheinbar ist es normal, dass man sich so verhält, wenn jemand einen Todesfall oder eine Trennung o.ä. hatte, doch nicht bei Depressionen und negativ-gedanken Phasen.

Nun schlafe ich seit Tagen schlecht, weil die bösen Gedanken selbst meine Träume beeinflussen, komme kaum zur Ruhe, habe schlechte Gedanken beim Aufstehen, bekomme psychosomatische Symptome wie Husten und Halsschmerzen und mir geht es schlecht. Alles fällt mir schwer, frage mich, wieso ich denn aufstehe, wäre ich plötzlich einfach nicht mehr hier, würde es doch keinem auffallen. Habe das Gefühl für alles zu schlecht zu sein und dass niemand etwas mit mir zu tun haben möchte. Nur aus Mitleid mit mir geredet wird und ich nirgendwo reinpasse. Fühle mich ständig fehl an, ungewollt und bekomme Depressionen. Ich hasse diesen Zustand! Ich fühle mich schrecklich, wenn ich so denke, mag die Gedanken nicht und versuche diese Gefühle los zu werden. Doch jedes Mal, wenn ich mich gerade etwas gefangen habe, kommt die nächste Bestätigung, dass ich mir etwas vorlüge und diese Lebensfreude und das Strahlen gar nicht ich bin. Dass eigentlich keinem auffallen würde, wenn ich plötzlich verschwunden bin und dass diese angeblichen Freunde nur eine Einbildung sind, weil sie ja gerade nicht da sind. Und ich schaffe den Kampf nicht. Die Ablenkung die ich gerne habe, findet nur durch mich allein statt. Doch dann fühle ich mich einsam. Bin ich wirklich nur negativ?  Ziehe ich die Menschen wirklich nur noch runter? Wieso kann ich nicht wieder wie ein Sonnenstrahl durch die Gegend hüpfen? Was ist nur passiert, dass sich Freunde abwenden, statt hinter mir zu stehen. Wieso kann ich kaum noch Freude empfinden und habe ständig Angst, dass das nächste Böse in der nächsten Ecke lauert? Ich habe es so satt negativ zu denken und zu empfinden. Ich möchte nicht immer traurig werden, wenn ich sehe, wieviel die Menschen miteinander Spaß haben und ich ständig auf der Strecke bleibe. Ich habe doch auch Spaß, oder? Nur dass ich es vielleicht nicht so sichtbar kommuniziere… Ich versteh es nicht, wieso zieht es mich so mega runter, wenn die Freunde nichts mit mir machen wollen? Dieses fehl am Platz sein, nicht integriert zu sein, allein zu sein… Ein starkes Gefühl, welches sich kaum kompensieren lässt, mich kaputt macht, mich runterzieht und mich an allem positiven zweifeln lässt.

Ich weiß nicht ob ich diesen Kampf noch lange antreten mag, denn wofür? Ich organisiere, plane, mache und tue, nur damit Menschen glücklich sind und man etwas zusammen machen kann. Doch Dankbarkeit ist oft wohl ein Fremdwort. Scheinbar sind kleine alltägliche Ereignisse für die Menschen oft viel wichtiger, als eine Freundin, die alles versucht, damit es den anderen Menschen bessergeht, Rückhalt und Lebensfreude gibt solange sie es kann und dafür nur Loyalität und Zeit als Gegenleistung benötigt. Ich mag nicht mehr hinter Menschen herlaufen, damit sie etwas mit mir unternehmen. Ich weiß, dass es mir ohne Menschen um mich herum nicht gut geht, doch scheinbar lässt sich das nicht ändern. Wenn die Menschen nicht auf mich zugehen wollen, schein ich es nicht wert zu sein, so muss ich wohl akzeptieren, die Lebensfreude, Überraschungen und tollen Ideen mit niemandem zu teilen, sondern es für mich zu behalten. Wohl doch der einsame Wolfsdrache, der sich unabhängig von anderen durchs Leben kämpfen muss und sowohl Freude als auch Trauer, Lebensfreude und Depressionen erlebt mit ständiger Sehnsucht nach Anerkennung und Loyalität.

~Dely

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In Extremo: Funkelnder Jahresabschluss am 22.12.2017

Am 22.12.2018 spielten In Extremo und Fiddlers Green in Hamburg in verschiedenen Locations auf. Die Szene musste wählen und sich dann ganz auf ein Konzert einlassen. Ich habe mich für In Extremo entschieden, schweren Herzens, denn Fiddlers Green soll auch ordentlich eingeheizt haben. Ich hoffe das es nächstes Mal keine Komplikationen gibt.

Während einige sich am Freitag in das Getümmel stürzten, um die letzten Weihnachtsgeschenke zu ergattern, standen die Fans von In Extremo ganz gelassen, aufgeregt und gespannt in der Schlange zum Konzert. Pünktlich wurden die Türen im Theater am Großmarkt geöffnet und die Fans strömten hinein. Die Location war atemberaubend groß, die Decke sehr hoch und man bekam sofort ein tolles Konzertfeeling. Kein Anstehen an der Garderobe, den WCs oder an der Bar. Daher wurde schnell ein Bier geholt und ein Plätzchen vor der Bühne gesichert. Die Stimmung war angespannt und es wurde zunächst sehr ruhig, als die Vorband „Das Brett“ auf die Bühne kam. Skepsis und Unverständnis machte sich im Publikum breit. Diese Band passte leider so gar nicht zum Genre, zudem war der Sound so schlecht, dass man von den vermeintlich guten Texten nichts verstehen konnte und die Stimmung nicht aufkam. Sehr schade, mit Fiddlers Green als Vorband wäre das sicherlich nicht passiert. Naja was solls, die Zeit wurde gut genutzt: noch ein Bier geholt, die Nachbarn kennengelernt und den Merchandisestand von In Extremo besucht!

Dann war es endlich soweit, das Brett war fertig, die Bühne wurde umgebaut und die Stars des Abends heizten dem Publikum endlich so richtig ein: In Extremo – on Stage!

Mit einem riesen knall begann das Konzert mit den neuesten Songs von ihrem Album Quid Pro Quo. Die Stimmung war großartig, mit fremden Fans schunkelte ich in den Abend, mischte im Moshpit mit und konnte auf den Schultern eines freundlichen Herren direkt in die zweite Reihe gelangen und auf die Bühne sehen. Großartig. Diese Stimmung und Freundlichkeit des Publikums zusammen mit der Bühnenshow von In Extremo erwärmt mir jedes Mal das Herz. Von der großartigen Musik und der CD -Performance muss ich wohl wenig sagen, die Akustik in der Halle war auf jeden Fall angemessen für die Größe und Lautstärke des Konzertes. Ohne Ohrstöpsel konnte ich den Abend gut überleben, die Texte selbst in den hinteren Reihen gut verstehen und es gab keine Übersteuerung oder seltsame Sounds.

Man kann sich fallen lassen, die Songs fühlen, tanzen und mitsingen und fühlt sich geborgen und akzeptiert trotz fremder Menschen. Zum Ende des Konzertes flogen Papierluftschlangen durch die Halle, so dass man das Gefühl hatte unter einem Glitzerhimmel zu tanzen. Auch wenn ich viele der Lieder schon auswendig kann, so ist die Show immer wieder überraschend gut und das Feeling einzigartig. In Extremo schafft es, dass aus den kleinen Fan-Gruppen eine große Gemeinde entsteht, zumindest für den einen Abend.

Schade, dass es nicht geklappt hat, dass Fiddlers Green als Vorband für dieses Konzert wie geplant auftrat. Dies hätte wohl den Rahmen an positiver Stimmung gesprengt. Vielleicht ja das nächste Mal. Ich freue mich zumindest jetzt schon, auf die nächste Tour von beiden Bands und was sich In Extremo für die Bühnenshow ausdenkt. Wenn ihr Mittelalter-Folk Musik mögt, solltet ihr euch ein Konzert von In Extremo nicht entgehen lassen, denn das Abtauchen vom Alltag kann wohl jeder gut gebrauchen.

~ Dely

Websites der Bands:
www.fiddlers.de
www.inextremo.de

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Der 22. Dezember knallt mit In Extremo und Fiddlers Green

Am 22. Dezember 2017 sollte es in Hamburg richtig knallen: In Extremo und Fiddlers Green als Vorband. Nun kommt es oft leider anders als erwünscht: Beide Bands sind an dem Datum in Hamburg, jedoch leider in verschiedenen Locations. Für die Fans gilt es nun sich zu entscheiden: Fiddler`s Green in der Markthalle oder In Extremo im Mehr Theater am Großmarkt. Die Qual der Wahl, so kurz vor Weihnachten.

Fiddlers Green: Seit 1990 spielt die Band mit ihrer eigens benannten Kunstform „Irish Speedfolk“ auf diversen Bühnen und heizt in Deutschland und auch über die Grenzen hinaus ordentlich ein. „Mit über 1700 Live-Konzerten in Deutschland und Europa haben sie sich in über zweieinhalb Jahrzehnten einen hervorragenden Ruf als Live-Band erspielt.“ Mit Devil`s Dozen kam das neuste Album am 28. Oktober 2016 heraus. Ganze drei Jahre mussten Fans auf diesen Tag warten und die Musik schlug ein wie ein Meteor. Auf vielen Mittelalterfestivals konnte die Bands die Menge mit super Liveperformance überzeugen und sorgte für die richtige Stimmung mit diversen Moshpits und Interaktionen unter den Fans. Am Freitag werden sie die Martkhalle in Hamburg füllen und mächtig beben lassen! Wir sind gespannt.

In Extremo: Die 1995 gegründete Band spielte zunächst vorwiegend Marktmusik auf Mittelaltermärkten und wurde so zu einer der bekanntesten Mittelalter-Rock Bands Deutschlands. Im Jahr 2016 erschien die Quid pro Quo CD, mit der In Extremo erfolgreich auf Tour ging und die traditionellen Stücke unter das Volk brachte. Damit erreichten Sie wieder Platz 1 der deutschen Charts. 2017 sind sie mit der Quid Pro Quo Hallentour unterwegs und erobern die Herzen der Fans. Eine grandiose Show, großartige Songs und eine bezaubernde Stimmung zog sich bisher durch jedes ihrer Konzerte. Auf dem Summer Breeze Festival spielten Sie ihr mittlerweile 1000ste Konzert. Am Freitag den 22.12.2017 fahren Sie in Hamburg groß auf und werden das Publikum mit Dudelsäcken, Trommeln und Gesang einheizen. Ich bin schon sehr gespannt!

Leider musste auch ich mich entscheiden, zu welchem Konzert ich nun gehe. Eine Entscheidung, die mir wirklich nicht einfach gefallen ist, wirklich schade, dass die Uridee beide Bands zu vereinen nicht geklappt hat. Nun verpasse ich die grandiosen Fiddlers Green und widme mich ganz dem Klang und der Stimmung von In Extremo und bin gespannt, wie sehr sie mich verzaubern können.

~ Dely

Websites der Bands:
www.fiddlers.de
www.inextremo.de

Die Quid Pro Quo Hallentour 2017 mit Fiddlers Green als Vorband geplant:
27.12.2017 – Frankfurt – Batschkapp
28.12.2017 – Erfurt – Thüringenhalle
29.12.2017 – Leipzig Haus – Auensee
30.12.2017 – Köln – Palladium

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