Knasterbart stimmt auf die OpenAirSaison ein

Was für eine wahnsinnige Show! Knasterbart im Knust Hamburg hat die gerockt und das bis unter die Decke. Neue und alte Songs, eine überraschende Show und viel Nähe zu den Fans. So kennt man Sie: Knasterbart die bekannte „Gossenband“  der Zeit.

Die Tore öffneten sich eine Stunde vor der Show, wie gewohnt ist das für den großen Ansturm auf eine Lokation wie das Knust etwas zu wenig, damit sich alle ein Bierchen holen können und ihre Jacke an der Garderobe in Obhut geben zu können. So war es leider nicht allen Fans möglich, den großartigen Purple Otte vor der Bühne zu hören. Doch zum Glück konnte man auch in der Garderobenschlange ein paar Laute des Künstlers hören. Purple Otte ist als Guitarrist von der Band Versengold bekannt und heizte mit seinem lila Glitzeroutfit schon mal ordentlich ein. Auch später sollte man ihn immer wieder auf der Bühne zu sehen bekommen und mit ein spezialeinlagen die Show aufzumischen.

Gegen 21:30 begannen dann Knasterbart, ungewohnt mit Rollstuhl auf der Bühne, denn Fummelfips hat sich seine Leber gebrochen und konnte demnach nicht lange Zeit stehen. Damit das Konzert dennoch abgehalten werden konnte, verbrachte er das Konzert im Rollstuhl. Dies fiel ihm sichtbar schwer, denn der Tanz und Bewegungsdrang von Fummelfips ist durchaus bekannt. Beginnend mit dem gleichnamigem Titelsong von Superknasterbart ging es weiter mit Kein Erbarmen und Ringelpiez am Kiez. Natürlich durfte mein Stammbaum ist ein Kreis nicht fehlen, welches wohl einer der bekanntesten Songs von Knasterbart ist und von der ganzen Fangemeinde mitgesungen werden konnte. Die Menge tobt, sang mit und war absolut begeistert, als plötzlich das Licht aus ging und die tragische Geschichte von der gebrochenen Leber von Hotze und Fummepfips erzählt wurde.

Fummelfips hatte daraufhin die besondere Ehre, einen Song lang die Bühne für sich allein zu haben und Gossengirl zu singen. Daraufhin wurde es romantisch und kuschelig sowohl auf als auch vor der Bühne bei dem Song Horst die Filzlaus. Nachdem das Publikum sich noch näher gekommen war, wurde es wieder etwas schneller, man hatte neue Gesichter kennen gelernt und tanzte nun mit neuen Bekannten zu Mein Körper ist ein Tempel, Lieber widerlich, als wieder nich‘ und Gossenabitur.

Mit kleinen Tanz und Gesangseinlagen von Purple Otte, einigen Geschichten Hotze und Fummelfips und einer tollen Show wurde der Abend mit Brandwein für alle und Ich werd‘ zu alt abgerundet. Die 7-köpfige Gossenband schaffte eine wunderbare Atmosphäre im kleinen Knust Hamburg und erzeugte zugleich eine große Sehnsucht auf die Eröffnung der Festival- & Mittelaltersaison, wo man unter freiem Himmel noch ausgelassener zu Knasterbart tanzen und feiern kann.

Danke für diesen tollen Abend, das Gefühl unter Gleichgesinnten zu sein und die Vorfreude auf das nächste OpenAirFestival. Am Sonntag gibt es das zweite Konzert in Hamburg, für all diejenigen, die es sich bisher haben entgehen lassen, gibt es noch Möglichkeit, Tickets zu erhalten.

~Dely

Zur Website: Knasterbart

Tourdaten:
01.02.2019 Bochum – Matrix
02.02.2019 München – Backstage Halle
03.02.2019 Hamburg – Bahnhof Pauli

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Doppelte Gossenparty in Hamburg: Knasterbart!

Hat da jemand Schaumparty gesagt? Wohl kaum!  Hört doch mal richtig zu: Es heißt Abschaumparty!

Denn am Donnerstag den 31.01.2019 startet im Knust in Hamburg die mega Party von Knasterbart, die schon seit Monaten ausverkauft ist.  Bestehend aus Versengold und Mr. Hurley und die Pulveraffen ist Knasterbart wohl eine der bekanntesten Folk-Bands, welche sich selbst als „Gossenband“ bezeichnet. Das zeigte sich auch im Ticketverkauft, weswegen es für alle Schlafmützen die Möglichkeit gibt, ab Sonntag zum Zusatzkonzert in Hamburg zu kommen. Für die Abschaumparty 2019 Zusatzshow am Sonntag den 03.02.2019 in Hamburg gibt es sogar noch einige Tickets!

Zitat der Band zum Album: „Packt Eure Capes ein. Holt die Masken unterm Kissen hervor. Und vor allem: Kauft diese CD (Nix is umsonst Leute! Schließlich müssen auch wir unseren Turboantrieb mit Branntwein ölen ;))“

Doch was macht die Band eigentlich so beliebt? Wohl nicht nur die Zusammensetzung der Band, sondern auch die glorreichen Texte, die fantasiereich, belustigend und unterhaltsam zugleich sind aber auch die Sympatieträger der Band. Bekannt durch Mittelaltermärkte wie das MPS touren sie schon seit einiger Zeit durch Deutschland und sind auch auf größeren Festivals anzutreffen. Sie verbreiten gute Stimmung und ihre Fans grölen begeistert die Songtexte mit, welche sich sehr ins Gedächtnis einprägen. Ihr neuestes Album überrascht mit Titeln wie: „Superknasterbart“,  „Mein Körper ist ein Tempel“, „Ich werd‘ zu alt“ oder auch dem bekanntem MPS Song „M.P.S. Ich liebe dich“. Welche der neuen Songs sich Knasterbart für die begehrte Abschaumparty-Tour vorgenommen hat wird bis Donnerstagabend eine Überraschung bleiben, natürlich freuen sich Fans auch, wenn altbekannte Songs wie „Mein Stammbaum ist ein Kreis“ einen Platz in der Show finden.

Überraschenderweise gibt es sogar einen extravaganten Support für die Tour: Purple Otten, welcher sonst mit seinen speziellen Metall Einlagen bei Konzerten immer schon eine gewisse Aufmerksamkeit bekam, wird nun als offizieller Support auftreten!

Schaut doch schon mal ins Video rein und bekommt einen Vorgeschmack, auf seine Musik:

Und für alle die sich jetzt noch mehr ärgern, noch kein Ticket für die großartige Abschaumparty in Hamburg zu haben: Es gibt noch Tickets für Sonntag und für einige andere umliegende Städte!

Ich freu mich euch vor Ort zu sehen und von diesem großartigen Konzert zu berichten!

Zu den Tickets: Knasterbart – Abschaumtour 2019

Tourdaten:
01.02.2019 Bochum – Matrix
02.02.2019 München – Backstage Halle
03.02.2019 Hamburg – Bahnhof Pauli

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Hebt die Hörner auf ein neues Festivaljahr und tragt euch den Termin ein: Das Hörnerfest

Das Jahr hat gerade erst angefangen, da geht bei vielen schon die Festivalplanung los: Welche Festivals sollen dieses Jahr dabei sein, welches Lineup spricht einen an, wo gehen Freunde hin. Bei der Auswahl sollte auf jeden Fall das Hörnerfest im Norden Deutschlands in Brande-Hörnerkirchen mit dabei sein, denn dieses Festival wird nicht umsonst die größte Grillparty im Norden genannt. Es gilt sich also den 28.6.-29.06.2019 frei zu halten und schnellstmöglich ein Ticket zu ergattern, denn der Beliebtheitsgrad steigt hier nicht grundlos. Ob das abwechslungsreiche Programm auf dem Mittelaltermarkt, die Händler, das preisgünstige Essen und die Getränke oder die Bands und die anderen Fans, das Hörnerfest hat für jeden was dabei.

Im strahlenden Sonnenschein fand letztes Jahr das Hörnerfest in Brande-Hörnerkirchen statt. Bei Bands wie: Turisas, letzte Instanz, Ignis Fatuu, Monsorrow, Privateers und viele mehr wurde das Festivalgelände zum Beben gebracht und bei strahlendem Sonnenschein der ein oder andere Sonnenbrand gesammelt, welcher noch länger an diese wunderschöne Zeit erinnerte. Nun ist 2018 vorbei und der Vorverkauf für das Hörnerfest 2019 ist bereits gestartet. Die Weihnachtspakete mit Ticket und Shirt haben bereits gut Anklang gefunden, einige letzte Pakete sind noch da! Doch danach könnt ihr natürlich auch noch die beliebten Ledertickets oder Papiertickets für das Festival so im Shop kaufen.

Ab Donnerstag kann im Juni dann wieder mit Sack und Pack via Auto angereist werden und das schöne: Das Auto darf direkt am Zelt stehen! Also kein lästiges Schleppen und Gelaufe, sondern ein fröhliches Aufbauen und Einrichten des Camps bei kurzen Wegen. Am Donnerstagabend stimmen einige kleinere Mittelalterbands erfahrungsgemäß auf dem Marktplatz bereits ein. Die Hauptbühne wird dann am 28. und 29. Juni von den verschiedenen Bands bespielt. Einige Bands sind auch schon bestätigt, so z.B.: Einherjer, Heidenvolk, Qntal, Vogelfrey, Cruadalach. Es wird noch spannend, welche Bands das Lineup ergänzen werden. Für Überraschungen ist das Hörnerfest ja bekannt, da hier Rock, Metal, Pagan, Folk und Mittelalter aufeinander treffen.

Das Schöne am Hörnerfest ist vor allem die familiäre Stimmung da das Gelände nicht sonderlich groß ist braucht man maximal 15 Minuten zur Bühne und kann immer einen Platz erhaschen, wo man die Band sieht und mitten im Geschehen ist. Auch läuft man sich immer wieder über den Weg und kommt viel leichter ins Gespräch, so dass sich hier schon einige neue Freundschaften gebildet haben. Der Treffpunkt für die Besucher ist meist das große Sonnensegel mit den Bänken beim Mittelaltermarkt, wo man sich gemütlich bei Speis und Trank treffen kann und auch die Sounds von der Bühne noch hört, um vielleicht doch noch spontan zu einer unbekannten Band aufzubrechen. Zudem steht hier die kleine Mittelalterbühne auf und vor der ein buntes Programm stattfindet: ob kleinere Bands, Bruchenball oder auch die Feuershow, hier gibt es eine ganze Menge zu sehen.

Da das Hörnerfest immer beliebter in Norddeutschland wird, sollte man sich beeilen, um Tickets zu ergattern, denn bisher gibt es keinerlei Infos vom Veranstalter dazu, dass das Ticketkontingent erhöht werde. Und nachdem zum letzten Jahr das Gelände auch noch soweit umgebaut wurde, dass der Match und Regen keine Hürde mehr für die Festivalgemeinschaft darstellen sollte, kann ja gar nichts mehr schief gehen. Wir drücken natürlich trotzdem die Daumen, dass es wieder wunderbar warm wird, denn lieber in der Sonne mit den Füßen im Pool sitzen und das kalte Bier genießen, als bei strömendem Wetter im Regen zu tanzen. Doch egal wie die Umstände sein werden, es ist gewiss eines der schönsten und harmonischsten aller Festivals, dies merkt man auch immer wieder an der Atmosphäre durch die Musiker, welche sich unter die Besucher mischen und selbst häufig im ein oder anderem Camp versacken, bei tollen Gesprächen, Lagerfeuern sowie dem ein oder anderem Met und Bier.

Ihr möchtet noch mehr Details zum Lineup und den Händlerständen haben? Na dann ab zur Website: Hörnerfest
Und nicht vergessen euch ein Ticket zu ergattern!

~ Dely

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Dely: Einblicke – Gefühle – Emotionen

Dez 2018: Gefühle kann man nicht wirklich kontrollieren, doch kann man Emotionen kontrollieren? Wo besteht eigentlich der Unterschied? Gedanken die mir in letzter Zeit immer wieder durch den Kopf fliegen zusammen mit Begriffen wie Freundschaft…

Laut Wikipedia unterscheidet man diese zwei Begriffe wie folgt: Emotion bezeichnet eine Gemütsbewegung im Sinne eines Affektes. Sie ist ein psychophysiologisches, auch psychischesPhänomen, das durch die bewusste oder unbewusste Wahrnehmung eines Ereignisses oder einer Situation ausgelöst wird. Die Emotion ist von dem Gefühl zu unterscheiden. So erfassen die Begriffe des Gefühls die unterschiedlichsten psychischen Erfahrungen und Reaktionen, die sich beschreiben und damit auch versprachlichen lassen, wie u. a. Angst, Ärge, Komik, Ironie sowie Mitleid, Eifersucht, Furcht, Freude und Liebe. Die Emotion beinhaltezusätzlich noch eine subjektive Komponente mit einem Verhaltensaspekt und den entsprechenden physiologischen Reaktionen.

Meiner Ansicht nach bedeutet dies,  dass die Gefühle von der jeweiligen Erfahrung einer Person abhängig sind, demnach subjektiv und eine emotionale Reaktion aufgrund der Situation hervorruft.  Meine Gefühle kann ich demnach nicht kontrollieren, während ich selbst bestimmen kann, ob andere von meinen Emotionen als Affekt etwas mitbekommen oder nicht.

Schon seit Jahren versuche ich meine Gefühle zu kontrollieren, doch dies klappt oft nur bedingt, vielmehr schaffe ich es nur sie zu ignorieren oder zu unterdrücken, was auf Dauer nicht gut ist. Meine Emotionen habe ich oft unter Kontrolle und kann sie sogar etwas lenken: Aus Wut wird Trauer, aus Schmerz wird Hass.

Seit einigen Monaten fällt es mir immer schwerer meine Emotionen zu kontrollieren, denn die Gefühle werden immer stärke, ich fühle mich missverstanden, unterdrückt, nicht wahrgenommen, habe das Gefühl das man mich unterschätzt, mir nicht zu hört und mir nichts zutraut, mich klein hält. Ich erhalte kaum bis keine Wertschätzung wo ich sie anstrebe, wodurch es mir innerlich immer schlechter geht. Ich kämpfe gegen an, lenke mich ab und suche mir Aufgaben, die ich erreiche und auf die ich stolz sein könnte. Doch sie erfüllen mich nicht, denn das Ziel, welches ich eigentlich anstrebe, erreiche ich so nicht. Vielmehr führt mir jeder Erfolg vor Augen, dass es dem eigentlichen Sinn nichts nützt und ich habe das Gefühl, nichts erreicht zu haben. Ich lenke mich ab, weil das Ziel für mich nicht erreichbar zu sein scheint und anstatt das Ziel zu verändern, halte ich daran fest, aus Angst auch beim nächsten Ziel zu versagen.

Ich arbeite viel, mit Leidenschaft und mit Freude, doch was bringt es, wenn man davon nicht leben kann? Was bringt es, wenn man dadurch nicht glücklich ist und Existenzängste hat, die alles andere mit dunklen Schatten überdeckt? Ich habe versucht mich mit Hobbys abzulenken, meine Emotionen zu steuern und Gefühle in produktive Reaktionen zu lenken. Oft habe ich es geschafft und konnte hin und wieder freudestrahlend durch das Leben gehen. Immer wieder ärgere ich mich, wenn dieser Schatten auf mich fällt, wenn er all das Schöne überdeckt und mich in negative Gedankenschleifen einsperrt. Oft schaffe ich es nicht raus aus diesen negativen Gedanken, ich breche zusammen, mein Kopf ist voll und ich kann mich auf nichts anderes konzentrieren. Solche Situationen habe ich in letzter Zeit immer häufiger und leider kommen die Impulse von Menschen, welche es eigentlich besser wissen sollten, welche Effekte sie mit ihrem Handeln erzeugen, doch scheinbar denken sie nicht drüber nach oder es ist ihnen egal.

Oft gehe ich abends früh ins Bett, denn ich weiß nichts mit mir anzufangen: Die Gedanken kreisen, das Kopfchaos setzt ein, ich fange an zu  frieren und bekomme mich nicht mehr warm. Doch an Einschlafen kann ich auch nicht denken. Ich drehe mich hin und her, fühle mich allein, ungeborgen, unwohl, eine innere Angst kriecht in mir hoch. Ich gucke, ob noch jemand wach ist zum chatten, nehme einen meiner Drachen in den Arm und hoffe, dass das Zittern nach lässt. Irgendwann schaffe ich es, die Augen zu schließen, doch meist wache ich unruhig ein paar Stunden später wieder auf oder werde panisch durch einen Albtraum geweckt. Dann bin ich wach, habe Angst  wieder einzuschlafen. Angst aufzustehen und die Befürchtung keine Sinnvolle Funktion zu haben kommt wieder zurück in meine Gedanken. Halb schlafend, halb wach liege ich also da, bis mein Wecker sagt dass ich zur Arbeit muss. Mein Kopf schreit „NEIIIN“, doch die Vernunft sagt „Du musst, du brauchst das Geld für deine Existenz und eigentlich bringt es dir doch Spaß“. SO geht mein Kopfchaos dann hin und her. Mal fällt es mir leichter, wenn ich mir eine tolle Ablenkung für den Tag geplant habe: Ein Hobby oder Aufgabe tätigen sowie Freunde  treffen. Dann ist es die Hoffnung und die Freude, die mich oft durch den Tag trägt.

Ja, ich kann freudestrahlend durch den Tag laufen und viele Menschen mit meiner Lebensfreude mit reißen und dann wieder gibt es diese Tage, wo ich mich nur leer und nutzlos fühle, wo ich aus dem Bett steige und zittere, in die Bahn steige und meine Emotionen unterdrücke, damit ich nicht los weine. Wo ich auf der Arbeit nur Musik höre und versuche mit keinem zu reden, um meine Gefühle nicht  durch die falschen Emotionen abzuleiten und Menschen  zu verletzen. Mal klappt dies, jedoch nicht immer.  Wenn ich dann da sitze und meine Gedanken in spiralen kreisen, mich runter ziehen und ich dann auch noch zwischendurch meine Emotionen nicht unter Kontrolle habe, fällt es mir schwer noch etwas zu machen. Ich fühle mich leer, mein Kopf macht nicht was er soll und ich bin langsam und ineffizient. Je mehr ich merke, wie schlecht ich bin, desto mehr ziehen mich meine Gedanken und Gefühle runter und ich fange an zu frieren, zu zittern und möchte jeden Moment einfach nur los weinen. Dann bin ich froh wenn ich frei habe. Vor kurzem verlief mein Tag sehr identisch wie dieser, ich fühlte mich nur noch schlecht, hätte mich am liebsten in den Flieger irgendwo ins Nirwana gesetzt, wo mich keiner kennt, doch dies ging nicht. Also überstand ich den Tag indem ich monoton wie ein Roboter agierte und freute mich auf das Treffen mit einem guten Freund am Abend. Doch meine negativen Gefühle hielten an und ich konnte sie nicht unterdrücken. Womöglich hätte ich dem Freund absagen sollen, doch das tat ich nicht, ich wollte ihn sehen, dachte wohl ich bekäme schon wieder gute Laune. Doch in der Bahn fing ich mehrfach fast an zu weinen, hatte schon überlegt auszusteigen oder ihm nur seine Sachen zu geben und zu gehen, denn ich wusste, dass mein Kopf gerade nicht frei ist für anderes. Ich war abgestumpft, emotionslos, leer und sehr schlecht gelaunt. Nur wenige Menschen kommen mit meiner immens schlechten Laune und meinen negativen Gedankenschleifen klar. Irgendwie verbrachten wir dann doch Zeit miteinander und schon kurze Zeit später ärgerte ich mich sehr, denn ich wollte ihm zuhören, ihm eine Freundin bei seinen Problemen sein, doch mein Kopf ließ es nicht zu. Ich hatte nur negative Gedankenschleifen, war nicht bei der Sache und alles woran ich denken und worüber ich sprechen konnte, waren meine Gedanken und Probleme und negativen Gefühle. Kurz danach beschloss ich, dass ich solche Treffen nicht mehr machen sollte, so lange es mir nicht besser geht. Denn ich mag es nicht, wenn ich immer nur negative Pakete bei Freunden ablade.. ich verbringe gern Zeit mit ihnen, um zu lachen, Spaß zu haben und tolle Erlebnisse im meinem Kopf zu behalten oder aber zuzuhören und ihnen zu helfen. JA ich ärgerte mich, dass ich nicht so sein konnte, wie ich es wollte, und die Person, welche ich bei mir hatte, mich auf diese Weise nicht kannte und nicht verstand. Ich denke es ging ihm selber schlecht und zeitgleich, konnte er meine Gedanken null verstehen.

So stauten sich negative Gedanken und Entschlüsse weiter an, ich konnte kaum schlafen, dachte viel nach und dieses Gefühl hielt an. Selbst als ich beim Pflegepferd war, konnte ich nicht wirklich mit jemandem reden ohne zu weinen, nach einigen Stunden ging es einigermaßen. Doch schon folgte mein nächster Fehler: Ich verabredete mich mit einem weiteren Freund, bei dem ich es nicht schaffte, meine negativen Gedanken weg zu stecken und schon wieder eine negative Last ablud. Dafür hasste ich mich, denn ich wollte doch positiv denken und mich ablenken von diesem negativen Schatten… Es hat nicht funktioniert und so habe ich innerhalb von wenigen Tagen meine besten Freunde verloren. Der Schmerz ist unbeschreibbar groß.

Es tut mir nicht gut, allein zu sein, wenn ich solche Gedankenschleifen habe, ich benötige Ablenkung. Da helfen mir Menschen sehr. Am besten welche, die mich ablenken, mir gute Laune machen, bei denen ich, ich sein kann ohne mich zu verstellen, wo ich keine Angst haben muss, dass meine Gefühle sich zeigen. Ich habe nur wenige solcher Menschen in meinem Freundeskreis. Ich kann auch wenig erklären, warum jemand dazu zählt und jemand anders nicht. Es sind Gefühle, Situationen, Erfahrungen. Doch dann kommt da dieses komplizierte Thema mit Geschlechtern hinzu…. Schon immer hatte ich beste Freunde, bei denen ich mich sehr wohl fühlte und mit denen ich gerade in solchen Situationen besser reden kann oder mich wohler fühle, weil die Emotionen weggelassen werden können. Männliche Freunde geben mir so unheimlich viel Stärke und Rückhalt, welche ich bei Frauen selten in dieser Form erlange. Doch scheint es einfach nicht möglich zu sein, beste männliche Freunde zu haben….

Ich bin davon überzeugt, dass man sich selbst mögen und am besten Gefühle wie Liebe empfinden sollte, bevor man jemand anderes lieben kann oder versteht, was es bedeutet geliebt zu werden. Mag für viele absurd klingen, doch ich unterscheide da sehr stark zwischen Liebe zu Freunden und zu Partnern. Letzteres habe ich lange nicht mehr empfunden , liegt wohl auch an meiner Einstellung, dass es zunächst mit meinem Leben klar kommen mag, die dunklen Schatten allein bekämpft haben möchte, bevor ich überhaupt auf die Idee komme mich in diese Richtung zu öffnen. Denn ein Partner sollte nicht der Rückhalt und die Stütze von eigenen Problemen sein, man sollte den Partner nicht brauchen, um mit dem eigenem Leben klar zu kommen. Er sollte eine Bereicherung sein, der das Leben noch schöner macht, aber nicht jemand den man braucht zum leben. Man sollte sich ergänzen aber nicht abhängig voneinander sein und bei diesem Punkt bin ich noch lange nicht angekommen. Ich muss mich um zu viele Baustellen kümmern, bevor ich den Ausgangspunkt erreicht habe und dann sollte ich mich selbst anerkennen und wertschätzen können, bevor ich dies mit einem Partner kann.

Was ich jedoch sehr gut kann, ist eine Freundin sein, freundschaftlich lieben, für jemand da sein, mit jemandem Zeit verbringen und tolle Erinnerungen teilen. Spaß haben, das Leben genießen und Lebensfreude teilen. Ja ich liebe einige meiner Freunde und würde für sie durchs Feuer gehen, umso mehr stört es mich, wenn ich bei ihnen nur Ballast abwerfe und die Treffen und Gespräche mehr vom Schatten überdeckt sind, als das sie Freude und Sonnenstrahlend hinterlassen. Also sage ich mir, dass ich diese Personen meiden soll, bevor sie sich abwenden oder mir vorwerfen, dass es mir ja ständig nur schlecht gehen würde. Nun ja, Freunde wollen aber wieder für mich da sein, also beging ich diesen Fehler wie in der Vergangenheit wiederholt. Die Freunde wollten für mich da sein und ich hatte mir vorgenommen, dass es eine tolle Ablenkung wird.. Am Ende habe ich wieder nur Ballast abgeworfen und keine positive Erinnerung an die Zeit sondern mehr nur negative. Dafür hasse ich mich so sehr, wieso kann ich das nicht kontrollieren? Wieso muss dieser Schatten derzeit so mächtig sein? Ich möchte meine Lebensfreude zurück! Mag die Menschen aufmuntern, für sie da sein und ein fröhlicher Wirbelwind sein, mit dem die Menschen und Freunde sehr gern Zeit verbringen. Doch derzeit verbringe ich selbst nicht mal gern Zeit mit mir…

Momentan sind die Schmerzen einfach so groß, die Schmerzen, welche in meinem Herzen sitzen, die Gefühle, die meine Emotionen durcheinander werfen, die mich aggressiv und wütend machen und zugleich traurig. Es tut mir leid, dass ich für so viele Freunde gerade eine Last darstelle, dass ich nur negativ denken und reden kann, denn das bin nicht ich und das mag ich an mir auch nicht. Doch ich schaffe es nicht positiv zu denken, ich bin nicht stark genug gegen diesen Schatten an zu kämpfen, versuche mich zurück zu ziehen und muss merken, dass mir das auch nicht gut tut. Kontakt zu Menschen tut mir so gut, Freunde tun mir gut und Ablenkung. Umso mehr schmerzt es mich, dass ich so wichtige Freunde verloren habe. Es tut weh, es schmerzt, es bringt mich um den Schlaf und macht mir Albträume. Ich vermisse euch so sehr! Die schöne Zeit, die Ablenkung, zu wissen, dass ich gemocht werde und so gute Freunde habe. Freunde, die mich mögen wie ich bin. Doch nun zeigte es mir, das diese Freunde mit meiner Art doch nicht ganz klar kommen, nicht verstehen, wie wichtig mir eine Freundschaft ist, was für mich freundschaftliche Liebe bedeutet und wie sehr es mich in meinen Strudel zieht, so wichtige Freunde gehen zu lassen. Ja ich bin emotional und ja es tut verdammt weh. Bei jeder schönen Erinnerung, bei jedem Foto kommen die Gefühle hoch und ich weine aus Wut, aus Trauer, aus Enttäuschung. Ich möchte es nicht wahrhaben, doch ich muss damit klar kommen und das belastet mich derzeit zusätzlich zu so vielen anderen Dingen.

Ich möchte nicht, dass mich jemand bedauert, Mitleid hat, ich möchte nur, dass ihr mich besser versteht. Ich versuche zu erklären, wie ich fühle, wie ich denke, was für mich wichtig ist und welchen Stellenwert diese Art der Freundschaft für mich hat.

Derzeit fühle ich mich immer wieder so leer, so allein, so nutzlos. Hinterfrage mein Dasein, was ich kann, was ich bin, wohin ich gehöre. So viele Fragen in meinem Kopf die sich drehen, zu denen ich keine oder unterschiedliche Antworten habe, die mich belasten und mich so arg runter ziehen. Und zugleich habe ich Angst, weitere Freunde anzuschreiben, mit ihnen etwas zu unternehmen, Angst, dass ich sie ebenfalls verliere, weil ich derzeit eine sehr schlechte Gesellschaft bin und nicht ertragbar. Ja es ist wirklich nicht einfach mich gerade auf positive Gedanken zu bringen und mich abzulenken… Dabei fehlt ihr mir so sehr, meine Freunde, meine geliebten Menschen die mir das Lächeln ins Gesicht zaubert und mir zeigt, wie gern ihr mich habt. Ich habe Angst euch auch zu verlieren, aufgrund meiner derzeit andauernden negativen Art…..Ich fühle mich so machtlos, so inkompetent, so einsam und kraftlos in diesem unendlichen Kampf und im Hinterkopf immer diese Existenzangst, dieser Schatten über den ich keine Kontrolle habe und der mich so oft überrascht.

~Dely

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Der kleine Drache und Kehio – Missverständnis

Dez 2018: Wie immer spielte der kleine Drache mit seinen Freunden im Wald fangen, als er auf einen Baumstumpf fliegen wollte und seine Flügel nicht mehr bewegen konnte. Kehio konnte ihn daher ganz leicht fangen, doch anstatt sich zu freuen, ihn gefangen zu haben, wurde er wütend und beschuldigte den kleinen Drache, dass er sich habe mit Absicht fangen zu lassen. Er hinterfragte nicht einmal, wieso der kleine Drache nicht wie immer mit Leichtigkeit auf und davon geflogen war. Beleidigt zog sich Kehio zurück und wollte zunächst nichts mehr mit dem kleinen Drachen zu tun haben. Der kleine Drache war geknickt, denn Kehio war einer seiner besten Freunde und er wollte ihm erklären, wieso er sich so leicht hatte fangen lassen, doch dazu gab es keine Gelegenheit.

Etwas Zeit verging und der kleine Drache hatte erfahren, dass einige Nerven und Muskeln in seinen Flügeln nicht mehr so funktionierten wie sie eigentlich sollten. Dadurch konnte er sie nicht mehr richtig bewegen und mit ihnen nicht mehr fliegen. Dies machte den kleinen Drachen sehr traurig, denn was ist er denn für ein Drache, wenn er nicht mal fliegen kann? Er schämte sich dafür, versuchte es so wenig wie möglich zu zeigen, spielte weniger im Wald und zeigte sich nur noch selten bei Freunden. Eines Tages überbrachte Kehio ihm die Nachricht, dass er mit ihm reden möchte, aber dafür müsste der kleine Drache zum Friedensbaum in die Krone kommen, denn nur dort vertraue Kehio ihm. Die Krone dieses Baumes ist dafür bekannt, dass dort die Wahrheit gesagt wird und die Gespräche immer friedlich ausgetragen werden. Der kleine Drache las die Nachricht und fiel in ein tiefes Loch der Traurigkeit, denn wie nur sollte er jemals in die Krone des Friedenbaums gelangen, wo er doch nicht mehr fliegen kann? Und wie sollte er Kehio nur erklären, dass er nicht kommen kann, wo er doch zu gern mit ihm hat reden wollen? Dieses Missverständnis aus dem Weg räumen und die starke Abwehrreaktion von Kehio verstehen wollte?

Er grübelte und grübelte, versuchte angesträngt seine Flügel zu bewegen, doch nichts passierte. Er weinte viele Tränen,  bis er Kehio mit einem kleinen Spatz mitteilen musste, dass er leider nie in die Krone des Baumes kommen wird. Anstatt das Kehio eine andere Alternative in Betracht zog oder hinterfragte, wieso dieser Treffpunkt nicht möglich war, fühlte sich Kehio reingelegt, belogen und war wütend. Er glaubte, der kleine Drache wolle sich nicht mit ihm unterhalten, er sei  ihm nicht wichtig genug. Während der kleine Drache immer wieder versuchte, den Baum hinauf zu klettern, sich die Krallen blutig schürfte, Schmerzen am ganz Körper von den Stürzen bekam und die Schmerzen in den Flügeln immer stärker wurden, sperrte Kehio den kleinen Spatz ein, so dass der kleine Drache nie eine Antwort von ihm hörte und auch nicht mehr mit Kehio kommunizieren konnte.

Der kleine Drache war so voller Trauer und Schmerz, dass er sich unter dem Baum einrollte und in seinen Tränen fast ertrank. Die Schlangen lachten ihn aus, dass er zitternd, frierend im blutigen Wasser seiner Tränen lag. Die Hasen stupsten ihn an und machten sich über ihn lustig, dass er sie nicht mal versuchte zu fangen. Sie sahen einen kleinen Drachen, mit großen Flügeln, einem starken Körper und großem Kopf. Was jedoch keiner von ihnen sah, lag im inneren verborgen. Eines Tages flog Kehio bei der Nahrungssuche über den kleinen Drachen hinweg. Er war nicht mehr grün, warm und strahlend, nein er war nun eisig kalt, ganz weiß und lag zitternd auf dem Boden. „Was ein Egoist, der nun nach Aufmerksamkeit suchend solche Tricks anwendet!“, dachte sich Kehio und flog hoch zum Ast. „Scheinst dich ja prächtig ausgelebt zu haben und dein neues Leben zu genießen, du Faulpelz“, schrie er von oben herab. Einen kurzen Moment lang schaffte es der kleine Drache die Augen zu öffnen und den Kopf leicht zu drehen, um Kehio oben in der Ferne zu erblicken. Zu gerne wäre er doch hochgeflogen und hätte sich mit ihm ausgesprochen, sich erklärt und seinem Freund gezeigt, wie schlecht es ihm doch ging und wie sehr er sich dafür hasste, dass er nicht mehr fliegen  und für ihn da sein konnte….

Doch das was keiner sah, war die Zeit, in der der kleine Drache immer wieder versuchte auf Bäume zu klettern, versuche seine Flügel wieder zum Fliegen zu bringen. Doch je mehr er sich bemühte, desto schlechter ging es ihm. Die Tränen und die Anstrengung ließen ihn kalt werden und zittern. Er versuchte sich ein Feuer zum Wärmen zu machen, konnte jedoch nur wenig Äste auf dem Bogen finden. Als er endlich nach langer Zeit einige Äste zusammen gesucht hatte, konnte er kein Feuer mehr speien, egal wie sehr er sich anstrengte, nicht mal ein Funken kam aus seinem Rachen.  Durch die ganze Trauer und Versuche zu fliegen, hatte der kleine Drache seine Muskeln zu sehr überanstrengt und sein Kopf funktionierte nicht mehr richtig. Er wusste nicht mehr, wie er Feuer speien konnte, wie konnte er das nur vergessen, er war doch ein Drache! Er ärgerte sich so sehr, hasst sich, verstand die Welt nicht mehr.. nach außen hin sah er mächtig und prachtvoll, ja fast furchteinflößend aus in seiner neuen weißen Pracht. Doch innerlich war er kaputt, zerbrechlich und tiefst traurig, denn er hatte kaputte Flügel, einen kaputten Kopf, konnte kein Feuer mehr machen, hatte keine Kraft mehr und sein Herz, welches ihm so sehr schmerzte, fror immer mehr ein. Es erstarrte immer wieder für ein paar Augenblicke, erwärmte sich dann wieder, wenn der kleine Drache von seiner alten Zeit mit den Freunden träumte und  schmerzte dann wieder umso mehr, wenn der kleine Drache aufwachte und merkte, dass er doch ganz allein war und machtlos etwas zu ändern.

Man sagte ihm, mit der Zeit würden die Nerven und Muskeln wieder heilen und dann könne er auch wieder fliegen. Doch wie nur sollte er es jemandem erklären, der scheinbar nicht warten wollte und nicht mal bereit war ihm entgegen zu kommen?

Langsam fragte sich der kleine Drache, ob Kehio ihn jemals gern gehabt hat oder nur mit ihm gespielt hat, weil nicht viele andere Waldbewohner gern Fangen spielten. Langsam zweifelte der kleine Drache sein ganzes Dasein an, grübelte, war traurig, fühlte sich leer und missverstanden. Er war so wütend über sich selbst, dass er ständig weinte, dass er nicht mehr richtig denken und kein Feuer mehr machen konnte… er zitterte und ihm war so kalt, doch er sah keine Möglichkeit daran etwas zu ändern. Er verstand nicht, wie es nur so weit kommen konnte und fragte sich, ob es mit einem sichtbar gebrochenen Flügel genauso gekommen wäre. Hätte sein Freund Kehio dann nicht eher geholfen? Rücksicht auf den kaputten Flügel genommen? Ihn nicht aufgefordert zu fliegen und unter Druck gesetzt? Wieso ist es nur so viel schwieriger nicht sichtbare Schmerzen  zu erklären? Wieso können selbst beste Freunde nicht verstehen, dass einige Dinge nun mal unmöglich sind, selbst wenn der Äußere schein  zeigt, dass es machbar sei? Wieso ist es nur so schwer zu glauben und zu vertrauen? Und warum kann es nicht akzeptiert werden, dass Gründe nicht immer sichtbar sein müssen und das Äußere nicht alles ist, was ein Wesen ausmacht? Das Innere ist doch das was zählt und was oft so viel mehr schmerzt und kaputt gehen kann… nur die Wenigstens hinterfragen  das Handeln oder die Aussagen, selbst von Freunden. Kein Wunder, denn sie interpretieren ja lieber aus eigenem Ermessen und gehen von unbestätigten Tatsachen aus.

Ist der kleine Drache wirklich nutzlos, gemein und ein schlechter Freund, nur weil er innerliche Verletzungen hat, wodurch er nicht mehr fliegen kann? Sieht denn keiner, wie weit es den kleinen Drachen zu einem anderen Wesen getrieben hat, ohne dass der kleine Drache dies je wollte, nur weil er seinen Freund Kehio wieder haben wollte und sich so sehr bemüht hat, dass er seine Lebensfreude daran verloren hat? Der kleine Drache rollte sich ein, er fühlte sich so leer und so hoffnungslos. Eine Träne kullerte über sein Gesicht, er versuchte wieder zu träumen, doch selbst dies ließ sein Kopf nicht mehr zu…..

~Dely

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Der Wolf auf dem Festival Mediaval

Der Geruch von verbranntem Feuerholz stieg intensiv in meine Nase, der Wind in den Blättern spielte eine leise Melodie, die Vögel riefen und Stimmen quatschten durcheinander. Ich drehte mich im Zelt um und merkte, dass etwas anders war: Nicht nur die Gerüche und Geräusche waren heute intensiver, auch der Boden fühlte sich anders an. Ich streckte meine Schnauze aus dem Zelt, schnupperte noch einmal und trat dann hinaus. Der Nebel verbarg meine Pfoten, ich konnte den frischen Tau auf dem nassen Gras spüren und kam näher an mein Rudel. Die Geräusche und Stimmen konnte ich nun verstehen, neben dem Holzgeruch kam auch der Geruch von Kaffee, Tee und leckerem Essen hinzu. Ich stibitzte mir etwas Bacon, genoss noch einige Kuschel und Krauleinheiten und machte mich dann unter lautem Jaulen mit einem Teil des Rudels auf den Weg nach oben zum Platz mit den Bühnen. Der Anstieg auf den Hügel verlief auf vier Pfoten sehr einfach, ja es machte richtig Spaß.

Oben angekommen war ich ganz irritiert von den ganzen Gerüchen, den Stimmen und beeindruckt von den Ständen. Aus der Ferne klangen ein paar interessante Töne, mit jedem Schritt den ich näher kam, wurden sie lauter und interessanter. Es waren die letzten Songs von The Moon and the Nightspirit. Ich jaulte, sprang wild umher, drehte mich, versuchte meinen Schwanz zu fangen und wirbelte zu den letzten Songs umher. Wow, was für eine tolle Band, vielleicht hätte ich doch früher den Weg aus dem Zelt und weg von den kuscheligen Menschen finden sollen? Ich lauschte den Klängen, fühlte mich frei, genoss den Geruch der Natur in der aufgewirbelten Luft und jaulte zum Abschluss nochmal für die Band, dass es über den ganzen Schloßplatz zu hören war.

Meine Pfoten trugen mich über den Sandboden, leicht tänzelnd hinüber über den Platz. Mein Fell spürte die Sonnenstrahlen, genüsslich, mit der Nase nach oben stellte ich mich vor die andere Bühne, natürlich an den Rand, da ich vor lauter großen Menschen sonst nichts hätte sehen können. Außerdem: Wer möchte schon bedrängt von Menschen werden, wenn er sich ausgelassen auf der Wiese bewegen kann? The Sandsacks traten auf die Bühne und sofort fühlte ich mich als sei ich in Irland, erinnerte mich an meinen letzten Besuch dort, die grünen Wiesen, die herrlichen Weiten und die Ruhe in der Natur. Ich sah die Berge, die Steine vor meinen Augen, konnte das frische Gras riechen und den Wind spüren, welcher durch mein Fell streichelte. Eine tolle Erinnerung, welche The Sandsacks mit ihrer Musik hervorrufen konnte! Zusammen mit meinem Rudel sprang ich im Kreis, wir liegen rechts herum, liegen in die Mitte und gingen dann zurück, um links herum im Kreis zu laufen. Mit schneller werdenden Musik wurden natürlich auch wir schneller und mussten aufpassen, dass wir nicht übereinander stolperten. Nach einigen Songs lösten wir den Rudelkreis auf und tanzten jeder für sich. Ich wirbelte umher, legte meine Pfoten um Ivy und wir zappelten im Kreis. Was ein Fest! Wippend, tanzend genossen wir die irischen Klänge, tranken dabei ein wenig und fielen am Ende als ein Wolfsknäul aufeinander, um uns auszuruhen. Was für eine tolle, harmonische Atmosphäre.

Nach ein paar Minuten erhoben wir uns wieder und ich schnupperte in der Luft, denn es roch so unheimlich anziehend in der Luft. Mit geschlossenen Augen zog es mich den Hügel hinauf zur Futtermeile. Hier vermischten sich also die wundervollen Gerüche von Fleisch, Curry, Gemüse und sonstigen Gewürzen. Selbst die Kartoffeln rochen zum Anbeißen. Langsam knurrte auch mein Magen, doch was sollte ich nur probieren? Ich stellte mich vor den Spätzlestand, wo ich tatschlich so hungrig ausgesehen haben muss, dass ich eine Portion mit Speck und Käse erhielt. Schnell aufgefuttert und die Schale ausgeleckt fühlte ich mich zugleich besser und merkte, dass mein Magen nicht mehr knurrte. Manchmal sollte ich wohl doch meiner Nase folgen und meinem Bauchgefühl nachgeben. Beim Fleischstand erhielt ich noch ein paar leckere Reste, welche die Menschen stets wegwerfen und als nicht gut genug sehen! Dabei sind doch gerade die Reste an den Knochen so wunderbar intensiv im Geschmack! Vollgefuttert suchte ich mir ein gemütliches Plätzchen vor der Schloßbühne neben dem Tonturm, legte mich auf die Grünfläche neben den Bänken, kuschelte mich ein und lauschte den Klängen von Demonia Nymphe. Die leichten Gesänge und Gitarrenlaute gaben mir ein wolliges Gefühl, mein Kopf sank auf meine Pfoten, mein Schwanz legte sich schützen um mich und meine Augen schlossen sich. Eine solch beruhigende Wohlfühlmusik tat mir gerade sehr gut, um ein Mittagsschläfchen zu nehmen.

Als ich erwachte war mein Fell von der Sonne ganz warm, die Blätter säuselten im Wind und der Boden unter mir war erwärmt. Ich sah einige Ameisen vor mir durch das Gras huschen. Mit einem Auge, sah ich wie große Seifenblasen in die Luft stiegen! Sofort setzte ich mich auf, lief zwischen den Menschen hin und her und schnappte nach diesen wunderbaren glitzernden Blasen! Wie wunderschön, ich wollte sie haben, alle! Da endlich, eine kleine auf meiner Höhe: Ich setzte zum Sprung an, schnappte die Blase und. fiel auf den Boden mit einem widerlichen Geschmack im Mund. Pfui, pfui, pfui, wie kann etwas so Wundervolles nur so ekelig schmecken? Menschen sind wirklich seltsam! Ich wandte mich dem Farbenspiel ab und richtete meine Augen auf die Bühne, denn ich konnte die Klänge nicht zuordnen. Meine Ohren hörten wunderbare Instrumente und eine so beruhigend zarte Stimme, doch vermochten sie nichts zu verstehen. Dann wurde es mir klar: es war schwedisch und finnisch! Natürlich konnte ich nichts verstehen, aber selbstverständlich genossen meine Ohren den Gesang! Denn jedes Wort hatte eine eigene Melodie, selbst wenn sie nur gesprochen wurden. Besonders angetan hat es mir der Song „Väktaren“, bei dem ich das Gefühl hatte zu schweben. Ich stelle mich auf die Hinterpfoten, drehte mich im Kreis, sprang von rechts nach links und wedelte freudig mit meinem Schwanz im Wind. Und nicht nur ich schien gute Laune zu bekommen und mich ganz von der Musik treiben lassen zu können, denn egal wohin ich schaute, die Menschen und Tiere hatten ein Lächeln auf den Lippen, teils die Augen zu und wippten zur Musik. Sie ließen sich treiben, bewegten die Füße nur zart über den Boden, wirbelten umher und waren im Einklang mit der Natur und den Klängen dieser zarten Songs. Zuvor hatte ich von der Band noch nichts gehört, doch von nun an wird Garmarna mir ein positiver Begriff sein. Eine so wundervolle Band sollte man stets in Erinnerung halten und ich hoffe, dass ich sie noch öfter live hören werde! Leise mitjaulend wirbelte ich noch wie in Trance im Kreis, taumelte etwas, bis ich mich wieder gefangen hatte und hörte, dass Fiddlers Green direkt im Anschluss auf der anderen Bühne spielten.

Meine Ohren stellten sich auf, hörten in der Ferne tatsächlich die Ansage von Fiddlers Green, neben vielen lauten Männerstimmen und mein Herz begann zu rasen: Denn irische Musik bewegt mich einfach sehr! Kurz geschüttelt, auf die Pfoten gesprungen, wollte ich loslaufen, doch das war schwieriger als gedacht, denn überall waren Füße und Menschen! So viele Menschen, welche ohne erkennbaren Grund durch die Gegend rannten, zusammen mit torkelnden Personen auf den Weg zur Taverne und wieder rum anderen, welche die Stallungen aufsuchten. Was für ein Chaos! Schlimmer als zur letzten Waldversammlung. Ich hatte das Gefühl im Bau zu sein, die Weibchen mit ihren ganzen Nachkommen auf der einen Seite, die hungrigen Jagdgenossen auf der anderen Seite und Meister Ratte, der gerade frische Beute von der Jagd mitbrachte. Natürlich liefen alle ungeordnet durcheinander und man musste aufpassen, nicht umgerannt zu werden. Zum Glück hatte ich etwas Übung im Slalomlaufen und schaffte es fast unversehrt vor die Bühne. Ok mein Fell glänzte nun von Met und Bier und etwas schwitzigen Menschengeruch hatte es wohl auch abbekommen, wodurch ich heute am Lagerfeuer sicher wieder lange mit meiner Fellpflege beschäftigt sein werde, aber zumindest waren es keine bleibenden Schäden.

Nun hieß es: Das Rudel finden und Spaß haben! Wir tanzten ausgelassen, pogten, spürten die Kieselsteine und das Gras unter den Pfoten, stupsten uns, bissen uns und genossen ausgelassen die Musik! Natürlich machte das Rudel auch bei „Rocky Road of Dublin“ mit, wir liefen kuschelig von rechts nach links, nutzen den Song um den Kontakt zu neuen Freunden zu erhalten und freuten uns unheimlich. Die große Herausforderung war hierbei jedoch unfallfrei von einer Seite zur Nächsten zu kommen, denn leider waren nicht alle Feiernden barfuß, so dass es zu dem ein oder anderem Hüpfer kam mit traurigem Jaulen dazu. Doch es war wieder ein Fest, einfach wundervoll zu sehen, dass man auf irische Weise feiern kann mit Schunkeln und Körperkontakt, ohne das es verletzte wie im Moshpit geben muss! Auch das Liveschauspiel mit den Bechern auf der Bühne war wieder ein Fest, irgendwie wartet man doch immer, dass ein Becher hinunterfällt und ich habe mehrfach überlegt, auf die Bühne zu springen und einen Becher aus der Luft wegzuschnappen. Hach das wäre ein Fest gewesen!  Wie immer ein tolles Programm von Fiddlers Green auf der Bühne. Ausgelassen jaulte das Rudel zum Abschied noch ein paar Mal, was wohl über den kompletten Platz bis hin zur Campsite zu hören war, wie uns später berichtet wurde. Kein Wunder, bei knapp 60 Wölfen! Es macht so glücklich, mit einer Family zu feiern und das Leben zu genießen und das auch noch draußen, an der frischen Luft in der Natur! Danke allen, für dieses wunderschöne Wochenende! Doch bevor es komplett zu Ende geht, lauschten wir dem rockigen Konzert von Schandmaul noch etwas.

Mittlerweile wurde es dunkler und zwischendurch regnete es auch kurz. Doch davon ließen wir uns nicht abhalten, denn letztendlich war Schandmaul die letzte Band, welche an diesem Abend auf der Schloßbühne zu hören war. Leider konnten die Erwartungen nicht ganz erfüllt werden, denn zwischen der rockigen und der akustischen Konzertversion vom anderen Tag war kaum ein Unterschied zu hören. Selbst die Setliste war sehr ähnlich. Wenn man jedoch davon absah, so war die Stimmung super. Als Abgang für das Festival Mediaval in Selb immer noch sehr nett. Doch viele Brüder und Schwestern verzogen sich bereits zurück zum Feuer, da es kalt wurde und viele Songs bereits schon beim Akustik Auftritt gespielt wurden. Was sehr schön anzusehen war, war die Tatsache, dass die Tochter auf der Bühne bei fast jedem Song mitsingen konnte. Zum Abschluss des Abends machte ich noch eine Runde hinter die Bühne, wo ich auf einige bekannte Bandmitglieder stoß, noch gemütliche Gespräche hatte, lachte und Kontakte austauschte, bis es dann hieß, byebye zu sagen. Mit einem lachendem und einem traurigen Auge rannte ich ausgelassen, springend und wirbelnd noch ein letztes Mal zwischen den Ständen umher, jaulte über den Platz, verabschiedete mich und genoss dann noch ein paar letzte Krauleinheiten im Lager am Lagerfeuer. Schnupperte die Gerüche, pflegte mein Fell und ließ die gesamte Situation auf mich einwirken. Diese Bilder und Eindrücke werde ich noch sehr lange in Erinnerung halten. Danke Wolfsrudel! Danke für eine wunderbare Zeit. Awooooooooooooo. Noch lange hallten die Wolfsrufe durch die Nacht und zeigten mir, dass ich hier ein neues Zuhause gefunden hatte! Auf bald, ich vermisse euch schon jetzt!

~ Dely

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